Die Mail macht Druck
«Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt.» Echte Unternehmen setzen keine Fristen von Stunden. Zeitdruck ist das häufigste Werkzeug im Phishing, weil er das Prüfen verhindert.
Du musst kein Technikprofi sein, um eine gefälschte E-Mail zu enttarnen. Es genügt, immer dieselben Stellen zu prüfen – in derselben Reihenfolge. Diese Seite zeigt dir die sieben typischen Merkmale, gibt dir eine Checkliste zum Mitgehen und erklärt, was du tust, wenn du schon geklickt hast.
«Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt.» Echte Unternehmen setzen keine Fristen von Stunden. Zeitdruck ist das häufigste Werkzeug im Phishing, weil er das Prüfen verhindert.
«Sehr geehrter Kunde», ein falscher Name oder gar keine Anrede: Wer dich wirklich als Kundin führt, kennt deinen Namen. Umgekehrt gilt aber auch: eine korrekte Anrede allein ist kein Beweis für Echtheit.
Angezeigt wird «Post CH», dahinter steckt aber post-ch-service@mail-info.net. Tippe oder klicke den Absendernamen an, damit die vollständige Adresse sichtbar wird – nur die zählt.
Fahre mit der Maus über den Link, ohne zu klicken (am Handy: lange gedrückt halten). Unten erscheint die echte Zieladresse. Prüfe den Teil direkt vor dem ersten einzelnen Schrägstrich – dort steht die wahre Domain.
Passwort, Kreditkartennummer, Code aus der SMS, Zugriff auf deinen Bildschirm: Keine Bank, keine Behörde und kein Shop fragt das per E-Mail oder Telefon ab.
Rechnungen, Mahnungen oder Lieferscheine als ZIP-, Word- oder Excel-Datei von unbekannten Absendern bleiben zu. Wenn du eine Rechnung erwartest, öffne sie über das Kundenkonto, nicht über den Anhang.
Krumme Sätze, seltsame Übersetzungen, ein Logo in schlechter Qualität – oder umgekehrt eine perfekte Mail zu einem Vorgang, mit dem du nichts zu tun hast. Dieses Bauchgefühl ist ein Signal, kein Zufall.
Arbeite die Liste von oben nach unten ab. Sobald ein Punkt nicht stimmt, ist die Prüfung beendet – dann ist die Mail Phishing.
Ändere das Passwort des betroffenen Kontos – und überall dort, wo du dasselbe Passwort verwendet hast. Jedes Konto bekommt ein eigenes.
Mit einer Bestätigung per App oder SMS bleibt ein gestohlenes Passwort für Fremde nutzlos. Das ist der wirksamste einzelne Schritt.
Hast du Zahlungsdaten eingegeben, ruf deine Bank oder den Kartenherausgeber an und lass die Karte sperren. Je früher, desto einfacher.
Mit zwei Handgriffen: Absenderadresse vollständig anzeigen und über den Link fahren, ohne zu klicken. Stimmt eines von beiden nicht mit dem angeblichen Unternehmen überein, ist die Mail Phishing. Das dauert weniger als eine Minute.
Ein reiner Klick ist meist noch kein Schaden. Gefährlich wird es, wenn du auf der Seite Daten eingegeben hast. Dann ändere sofort das Passwort des betroffenen Kontos, aktiviere die Zwei-Faktor-Anmeldung und informiere bei Zahlungsdaten deine Bank oder den Kartenherausgeber.
Nein. Diese Zeiten sind vorbei: Viele Mails sind heute fehlerfrei und optisch kaum von echten zu unterscheiden. Deshalb prüfst du Absenderadresse und Linkziel – Technik lässt sich schwerer fälschen als Text.
Nein. Jede Reaktion bestätigt, dass deine Adresse aktiv gelesen wird. Mail löschen und, wenn du magst, in deinem Programm als Phishing oder Spam markieren.
Band 6 des Klarheits-Systems, «Klick nicht blind», führt dich als Hörbuch durch das Thema: Links prüfen, Betrugsmuster erkennen, sicher unterwegs sein. Gehört wird direkt auf Ordystra im eigenen Player, ohne Download.
Band 6 «Klick nicht blind» nimmt dich Schritt für Schritt durch Links, Absender und Betrugsmuster – ohne Fachjargon, in deinem Tempo.